Die glorreichen Sieben

Großes Aufgebot der SG Schöneberg bei den Deutschen Meisterschaften 2019 in Dortmund

Vom 14.06. bis zum 16.06.2019 stand für sieben Sportler der SG Schöneberg ein hochkarätiger Langbahn-Wettkampf auf dem Plan – die Deutschen Meisterschaften im Schwimmerischen Mehrkampf, kurz DM SMK. Der Deutsche Schwimm-Verband bestritt in diesem Jahr neue Wege. Erstmals fand dieser Wettkampf als eigenständiger Wettbewerb statt, ausgerichtet von der SG Dortmund im modernen Dortmunder Südbad. Startberechtigung waren nur die TOP 120 Sportler der 200m Lagenbestenliste, der Vielseitigkeitsstrecke, im Jahrgang 2008 der gesamten Bundesrepublik. Bei der DM SMK wurden fünf geschwommene Strecken in eine Gesamtwertung einbezogen, um die Vielseitigkeit der Sportler zu messen und nach drei Tagen die Deutschen Meister küren zu können. Das dreitägige Wettkampfprogramm in der 2007 renovierten Halle begann am Freitagnachmittag mit den 400m Freistil-Entscheidungen. Am Samstag folgten dann die Wettkämpfe über die Beinstecken sowie über die 100m - und 200m Einzelstrecken. Den krönenden Abschluss bildete dann für alle Teilnehmer der 200m Lagenentscheid am Sonntag.

Am Freitag machten wir uns sehr früh mit zwei Autos auf die fünfstündige Fahrt nach Dortmund, der achtgrößten Stadt Deutschlands, weil schon am Nachmittag die 400m Freistil-Wettbewerbe anstanden. Nach einer angenehmen Autofahrt bezogen wir unsere schönen Hotelzimmer in direkter Nähe zur Wettkampfstätte „Südbad“. Dann ging es gleich zur Wettkampfhalle und wir waren sehr aufgeregt. In der Schwimmhalle herrschte eine sehr lebendige Stimmung, denn es wurden noch die letzten Vorbereitungen getroffen. Wir bekamen nun von Jacky und Chris unsere Akkreditierungskarten um den Hals gehängt. Jetzt ging es also los! Auf der großen Tribüne, auf der bis zu 500 Menschen Platz finden, saßen schon viele Zuschauer, der Wettkampfsprecher machte die ersten Ansagen, dazu coole Musik. Ein großartiges Gefühl. Nachdem wir unser Wettkampflager in einer Hallenecke eingerichtet hatten, begannen wir mit unserem Aufwärmprogramm und machten uns bereit für das obligatorische Einschwimmen.

Ich war sehr aufgeregt. Beim Einschwimmen war das Becken besonders voll und irgendwie fühlte sich das Wasser kälter an als sonst. In knapp 45 Minuten sollte also der erste Wettkampfabschnitt beginnen. Für die eindrucksvolle, vollständig aus Glas errichteten Ostfassade der Wettkampfhalle und das prunkvolle Wandfliesenmosaik nach einem Entwurf des Künstlers Harry Fränkel hatten wir zunächst keinen Blick. Unsere Ziele waren die bisherigen persönlichen Bestzeiten zu steigern und uns gegenseitig anzufeuern. Einige von uns hatten auch TOP-10-Platzierungen auf ihrem Wunschzettel. Wir Mädchen starteten zuerst über die 400m Freistilstrecke. Mich irritierten die relativ flachen Startblöcke und der hohe Beckenrand. Die volle Tribüne und der Trubel störten mich nicht. Ich konnte meine persönliche Bestzeit hier sogar um 14 Sekunden verbessern und den Platz 32 erkämpfen. Die Konkurrenz aus der gesamten Bundesrepublik war sehr stark. Nach mir starteten Mira, Smilla und Djamila. Auch sie konnten ihre bisherigen Bestzeiten deutlich unterbieten und in diesem ersten harten Freistil-Wettkampf die Platzierungen 10, 12 und 38 erreichen. Unsere drei Jungen im Schöneberger Team schlugen sich ebenfalls tapfer. Denis, Ben und Kaan erkämpften sich am ersten Tag die Plätze 29, 38 und 73 auf der 400m Freistilstrecke. Nun war also die erste Aufgabe erledigt. Nach dem Duschen fuhren wir gemeinsam in unser elegantes 4-Sterne-Hotel. Jetzt entdeckten wir auch die schönen Aquarien in der Hotellobby mit den vielen bunten Fischen. Nachdem wir in einem angesagten Restaurant fast zwei Stunden auf unser Abendessen warten mussten, fielen wir später mit unseren dicken Nudelbäuchen um so glücklicher in die kuschligen Hotelbetten.

Am Samstag stand der zweite Wettkampfabschnitt mit insgesamt drei Strecken auf dem Plan. Nach den individuellen 50m Beinstrecken, schlossen sich die dazugehörigen 100m - und 200m Strecken an. Großen Respekt hatte ich vor der 200m Brust-Strecke, weil ich Angst hatte, mir die Kräfte nicht gut einzuteilen. Diesen schweren Wettkampftag meisterten alle ebenfalls tapfer. Das wohlverdiente Abendessen im „Pfefferkorn“ kam zügiger als bei der verschlafenen Konkurrenz am Vorabend. Zur Krönung gab es zum Nachtisch für alle Aktiven einen leckeren Eisbecher.

Am Sonntagmorgen merkten wir plötzlich erst in der Wettkampfhalle, dass unserer achtes „Teammitglied“ noch im Hotelzimmer saß. Unser Maskottchen – ein riesiger Plüschbär im SG Schöneberg-Outfit – sollte uns beim abschließenden Wettkampf begleiten und Glück bringen. Trotzdem klappte es prima. Fast alle von uns schwammen zur großen Freude des Trainerteams persönliche Bestzeiten und haben dabei ihre Meldezeiten deutlich unterboten. Wir haben die folgenden Platzierungen erkämpft:

  • Denis Arnold erschwamm sich den 2. Platz über 100m Rücken, den 5. Platz über 200m Rücken, den 6. Platz in 200m Lagen und den 11. Platz über 50m Rücken-Beine.
  • Djamila-Milou Heinz erzielte den 10. Platz über 200m Brust, den 16. Platz über 200m Lagen, den 17. Platz über 100m Brust und den 23. Platz über 50m Brust-Beine.
  • Ben Köckritz erkämpfte sich den 2. Platz über 200 m Lagen, den 5. Platz über 100m Freistil, den 11. Platz über 200m Freistil und den 21. Platz über 50m Kraul-Beine.
  • Smilla Maria Milbach erreichte zwei 6. Plätze über 200m Rücken und 200m Lagen. Ebenfalls gelangen ihr zwei 9. Plätze über 50m Rücken-Beine und 100m Rücken.
  • Mira Charlotte Radtke belegte einen fabelhaften 5. Platz über 200m Lagen und den 8. Platz über 50m Kraul-Beine. Über 200m - und 100m Freistil errang sie den 9. und 10. Platz.
  • Kaan Basri Uzun erarbeitete sich den 19. Platz über 200m Lagen, den 27. Platz über 50m Kraul-Beine und zwei 28. Plätze über 100m - und 200m Freistil.

Ich bin mit meinen Ergebnissen sehr zufrieden. Über 200m Lagen erkämpfte ich mir den 13. Platz. Auf den beiden Brust-Strecken über 100m und 200m erreichte ich die Plätze 23 und 26. Besonders zu schaffen machte mir die 50m Brust-Beine-Strecke. Hier landete ich auf dem 28. Platz. Zu unserem Erstaunen wurde bei diesem Mehrkampf die individuelle Einzeldisziplin „Beinarbeit“ im Punkteschlüssel recht hoch bewertet. Dies ergab die spätere Wettkampfanalyse. Zum Glück ist die Mehrkampfeinzeldisziplin „Beinarbeit“ aber noch nicht olympisch...

Für uns aktive Sportler bleibt das lange Wochenende in Dortmund ein unvergessliches Erlebnis. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an die Teamleitung und an alle Unterstützer, die uns diese tolle Fahrt ermöglicht haben.

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